17.6.09

Nespresso? Danke, nicht für mich!

Als Gelegenheits-Kaffeetrinker haben wir zuhause eigentlich nur eine Kaffeemaschine, damit kaffeeabhängige Verwandte und Bekannte einen Kaffee haben können, wenn sie zu Besuch sind.
Kürzlich, bei einem Besuch bei Bekannten, durften wir den leckeren, von einer schmalen formschönen Maschine der Marke De Longhi gebrauten Nespresso-Kaffee genießen. Schmeckte wirklich prima. Sogar so gut, dass wir uns überlegten, uns selbst ein so einfach zu handhabendes Gerät zuzulegen. Und die Bedienung... so einfach: einfach Kunststoffkapsel mit Kaffee drin einlegen, auf den Knopf drücken, kurz warten, fertig. Mehrere Gründe haben uns dann doch davon abgehalten:

  • Die Kapseln mit dem Kaffee sind nur direkt bei Nespresso im Internet oder in speziellen Nespresso-Shops erhältlich. Preisdruck existiert also nicht, kein Wunder, dass ein Tässchen Kaffee mit etwa 33 Cent zu Buche schlägt.

  • Um im Internet-Shop von Nespresso Kapseln kaufen zu können, muss man sich mit Name, Anschrift und weiteren Daten anmelden. Dabei wird auch um die Seriennummer der benutzten Nespresso-Maschine gebeten. Diese MUSS man zwar nicht angeben, aber das werden die meisten Leute erst merken, wenn's zu spät ist. Warum man sich anmelden muss? Na vermutlich um das exklusive "Ich bin jetzt Mitglied"-Gefühl beim Kunden zu erzeugen. Mitglied wird man in der Tat, nämlich im Nespresso-Club. Da würde ich mich genauso unwohl fühlen wie in einem Raucherclub. Einen Club, in dem die sonst in Restaurants üblichen Gesetze nicht gelten. Die mögliche Parallele zum Nespresso-Club? Vielleicht diese: Beim Nespresso-Kaffee sind nirgends Inhaltsstoffe deklariert. Das stimmt mich zu nachdenklich, als dass ich den Kaffee noch in mich kippen möchte.

  • Bis eine Nespresso-Maschine betriebsbereit ist, braucht sie eine ordentliche Warmlaufzeit. Das kostet Strom. So weit noch ok, wenn man die Maschine aber danach noch weiter im Standby lässt, braucht sie von Zeit zu Zeit weiterhin Energie, um das Wasser heiß zu halten.

  • Mit jeder einzelnen verbrauchten Kapsel wächst der Müllberg. Nicht wie bei normalem Kaffee nach 250g oder 500g oder gar erst nach 1kg verbrauchten Pulver, nein, mit JEDER Kapsel. Und da die allermeisten Leute die Kapseln vor dem Entsorgen im gelben Sack weder plattdrücken noch ineinander stecken, um Müllvolumen zu sparen, fällt hier erst recht wesentlich mehr Müll an als bei herkömmlichem Kaffee.

  • Eine Nespresso-Maschine verursacht eine Anfangsinvestition von knapp 100 EUR. Dazu kommen die Kapseln. Wozu? Wozu, wenn meine jetzt gekaufte Bialetti noch besseren Kaffee macht, keinen Standby-Modus braucht, normales Espresso-Pulver aller möglichen Hersteller akzeptiert und auch noch viel schöner aussieht? Solange das so ist, unterstütze ich keinen Konzern wie Nestlé durch Kauf von dessen Nespresso-Kapseln, erst recht nicht, solange Nestlé unter Verdacht steht, die Menschenrechte mit Füßen zu treten, wie einige Links im Netz zu denken geben, beispielsweise dieser.

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