Augen auf beim Ticketkauf
Wie sehr man selbst beim Kauf von Konzertkarten die Augen offen haben muss, ist mir aufgefallen, als ich Preise für das Münchner Konzert im Rahmen der Jean-Michel Jarre World Tour 2010 verglichen habe. Alle deutschen so genannten Kartenvorverkaufsstellen boten die Karten zu ungefähr den Preisen an, die auf der World-Tour-Website von Jean-Michel Jarre selbst ebenfalls genannt wurden. Je nach Anbieter kosten Karten bei den in Deutschland ansässigen Kartenanbietern in der teuersten Kategorie knapp 90 EUR (87,30 EUR bei muenchenticket.de, 89,30 EUR bei eventim.de), in der günstigsten Kategorie knapp 40 EUR (37,80 EUR bzw. 39,80 EUR). Auch andere Anbieter reihen sich durch ebenfalls normale Preis in diese Reihe ein, darunter ticketmaster.de und weitere. Der ersten Screenshot zeigt die Preisliste (Stand 13.8.2009) von munchenticket.de.
Die Versandkosten für die Karten ähneln sich bei den Anbietern stark, so dass die Anbieter sich eigentlich nur noch über Nebenleistungen wie Service, Stornierungsbedingungen oder ähnliches Konkurrenz machen können. Ob man die Preise an sich gerechtfertigt findet, steht auf einem anderen Blatt, aber dass es überhaupt überall die gleichen Preise für die gleichen Leistungen sind, finde ich gut.Überall? Nein, im Örtchen Landgraaf in den Niederlanden ansässig ist ein Kartenverkäufer, der unter Ticketbande B.V. firmiert und ebenfalls Karten fürs Konzert von Jean-Michel Jarre 2010 in München anbietet. Allerdings zu wesentlich höheren Preisen. Die günstigste Kategorie kostet dort 55 EUR, die teuerste 119 EUR zuzüglich Versandkosten. Siehe dazu der zweite Screenshot (Preise bei ticketbande.de am 13.8.2009).
Blöd schauen wird der Kunde dann erst mal, wenn er die Tickets in Händen hält, denn dort sind auch dann, wenn der die Tickets z.B. für 119 EUR gekauft hat, die offziellen Preise, also z.B. 87,30 EUR aufgedruckt. Dass der Anbieter diesbezüglich vermutlich häufiger mit Fragen von Kunden zu kämpfen hat, wird durch die Formulierungen auf der FAQ-Seite von ticketbande.de nahe gelegt. Dort sind für verwirrte oder aufgebrachte Kunden Fragen hinterlegt wie diese: "Warum unterscheidet sich der aufgedruckte Kartenpreis von dem, den ich bezahlt habe?" Der Anbieter begründet dies damit, dass "[...] wir stets versuchen nur die besten Tickets zu vermitteln. Um diese Tickets zu bekommen, zahlen auch wir einen höheren Einkaufspreis, die besten Tickets sind im normalen Vorverkauf in der Regel nicht zu bekommen. Somit sind also auch unsere Einkaufspreise höher als der aufgedruckte Originalpreis." Was genau "die besten Tickets" sind, wird nicht genannt...Labels: Eventagenturen, Kartenpreise, Preisgestaltung, Tickets, Verbraucherschutz
0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
Links to this post:
Link erstellen
<< Home